Aufbruchstimmung |
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| Das Forschungsfeld "Health Communication" gewinnt seit einigen Jahren auch im deutschsprachigen Raum an Bedeutung. Zeit für eine Bestandsaufnahme, fanden Eva Baumann (Hannover), Claudia Lampert (Hamburg) und Constanze Rossmann (München), und schlossen sich zum "Netzwerk Medien und Gesundheitskommunikation" zusammen. Auf einer Tagung in Loccum sollte erstmals eine Plattform für den Austausch über die vielfältigen Forschungsaktivitäten in diesem Bereich entstehen.
Dieses Ziel haben die Organisatorinnen erreicht. Vielleicht auch wegen der Beschränkung auf Darstellung und Rezeption von Gesundheitsbotschaften in Massenmedien, die nur einen Teilbereich der "Health Communication" ausmacht, blieb ein roter Faden erkennbar. Breiten Raum nahmen Studien zur Rezeption gesundheitsbezogener Medieninhalte ein: Hier ging es unter anderem um die Mediennutzung von Patienten in den unterschiedlichen Phasen des Krankheitsverlaufs, um die Bewertung von Gesundheitsportalen im Internet durch Laien und medizinische Experten oder (teils bedenkliche) Befunde zum Informationsverhalten im Berufsalltag von Ärzten. Auch normativ angelegte Beiträge zum Einsatz gesundheitsfördernder Botschaften in Massenmedien und aufwändige Mehrmethodenstudien z. B. zur Kultivierung durch medizinische Inhalte in Unterhaltungs- und Ratgebersendungen waren zu hören. Positiv betrachtet zeigt die inhaltliche Vielfalt der Beiträge, wie spannend und ergiebig das Forschungsfeld für Kommunikationswissenschaftlerinnen und Medienpsychologen ist. Kritisch gesehen gleichen die Forschungsinitiativen bisweilen eher einem "Flickenteppich", in dem die Theoriebildung meist zugunsten der Anwendungsorientierung zurücktritt. In künftigen Projekten könnten bestehende Theorien systematischer weiterentwickelt werden. (Stephanie Lücke)
abgedruckt in: Aviso (Informationsdienst der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft), Nr. 35, Januar 2004, S. 15. |