Fünf Fragen an... Elisabeth Pott
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| 1. Wie kamen Sie zur Gesundheitskommunikation?
Nachdem ich zunächst in der Klinik, vorwiegend in der Chirurgie, gearbeitet habe, lernte ich, wie wichtig die Arzt-Patienten-Kommunikation für eine gute Behandlung ist. Als ich mich im Verlauf meiner beruflichen Tätigkeiten stärker der Prävention zuwandte, habe ich mich nicht nur mit Fragen der persönlichen Kommunikation, sondern mit der Entwicklung von Kommunikationsstrategien für bevölkerungsbezogene Präventionskampagnen befasst. Gesundheitsförderung und Prävention gehören für mich in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu meinen Hauptarbeitsschwerpunkten. Wir entwickeln Kampagnen zu Themenbereichen wie Nikotin und Alkohol, Aids, Sexualaufklärung und Kindergesundheit. Dabei handelt es sich um Strategien, die mit unterschiedlichen Kommunikationsinstrumenten einen sogenannten Medienmix bilden und zielgruppengerecht eingesetzt werden. | ||
| 2. Welche aktuellen Projekte oder Initiativen planen Sie gerade im Bereich Gesundheitsaufklärung und Massenmedien?
Die BZgA entwickelt in allen ihren Themenfeldern kontinuierlich neue Angebote für die jeweils relevanten Zielgruppen. Die Aidsprävention ist nach wie vor und vor dem Hintergrund steigender HIV-Zahlen ein ganz besonders wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit. Der seit einigen Jahren begrenzte Etat in diesem Bereich lässt uns allerdings kaum noch Möglichkeiten für die Entwicklung von Massenmedien. In diesem Sommer haben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Verband der Privaten Krankenversicherung eine neue Kooperation vereinbart. Dank dieser finanziellen Unterstützung können wir in der Aidsprävention zukünftig wieder verstärkt Massenmedien wie TV/Kinospots, Anzeigen und neue Plakatmotive entwickeln. Damit wollen wir das Thema Aids und die Notwendigkeit von Schutzverhalten wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken. |
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| 3. Wo sehen Sie den Nutzen, wo die Risiken der Thematisierung von Gesundheitsthemen in Massenmedien - welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Angebote der Massenkommunikation wie Plakate, Fernsehspots etc. dienen in erster Linie dazu, Kernbotschaften zu vermitteln und ein Thema in Erinnerung zu halten. Außerdem kann über Massenmedien ein Klima für die Auseinandersetzung mit einem Thema geschaffen werden. Denken Sie zum Beispiel an die Anfänge der Aidsprävention, als sich die BZgA ganz klar gegen eine Stigmatisierung HIV-Infizierter ausgesprochen hat. Die persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema wie z.B. Schutz vor HIV/Aids muss dann über vertiefende Informationen in Form von interaktiven Internetangeboten oder Beratung am Telefon oder über Beratungsangebote vor Ort erfolgen. |
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| 4. Welche Erfahrungen haben Sie bisher in der Zusammenarbeit mit Journalisten gesammelt?
Die Journalisten, die sich an uns wenden, interessieren sich für Gesundheitsthemen. Sie schätzen bei der BZgA das umfangreiche, neutrale, d.h. nicht interessengeleitete Informationsangebot einer Fachbehörde. Sie erwarten konkrete Fakten, Studienergebnisse und fundierte Einschätzungen. Auf dieser Basis gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Journalisten interessant und positiv. Die Berichterstattung über unsere Kampagnen unterstützt unser Aufklärungsanliegen. |
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| 5. Welchen Wunsch würden Sie an deutsche Forscher richten, die sich mit der Darstellung und Wirkung von Gesundheitsthemen in Massenmedien beschäftigen: Was sollte ganz bald dringend erforscht werden? Es sollte mehr darüber geforscht werden, wie positiv verstärkende Botschaften, wie wir sie in der Prävention vermitteln wollen, für die Medien attraktiver gemacht werden können. Die Gesetzmäßigkeiten der Medienarbeit stehen häufig dem Präventionsanliegen, langfristig ohne Sensationsberichterstattung auf notwendige Verhaltens- oder Strukturänderungen hinzuwirken und sie entsprechend interessant und aufmerksamkeitsstark über die Medien zu transportieren, entgegen. | ||
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Dr. Elisabeth Pott Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Ostmerheimer Straße 220 51109 Köln Tel. 0221-8992-0 E-mail: elisabeth.pott@bzga.de Homepage der BZgA |