Fünf Fragen an... Christoph Hörhan
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| 1. Was sind Ihrer Meinung nach die zentralen Themen im Medizin- und Gesundheitsbereich in den nächsten Jahren?
Von großer und noch steigender Bedeutung ist die demografische Entwicklung und deren Auswirkung auf das Gesundheitssystem: Die Lebenserwartung steigt hierzulande erfreulicherweise weiter an, mit diesem Zugewinn an Lebensjahren muss jedoch auch ein entsprechender Zugewinn an Lebensqualität einhergehen, um aus den gewonnenen Jahren Lebensjahre in Autonomie und Selbstbestimmung werden zu lassen. Ziel der Gesundheitsförderung ist vorrangig der Erhalt der Selbständigkeit der älteren Menschen und die Förderung ihrer Kompetenz zur Selbsthilfe. Neben diesem Thema werden die zunehmenden psychischen Beschwerden ein zentrales Thema sein. Aber auch die "Dauerbrenner" wie Herz-Kreislauferkrankungen und in diesem Zusammenhang auch das Rauchen und der Alkoholkonsum werden uns weiter beschäftigen. | ||||
| 2. Wer sind in den nächsten Jahren die wichtigsten Zielgruppen, mit denen über Gesundheit (öffentlich) kommuniziert werden soll?
Eine wichtige Zielgruppe sind Jugendliche, da in jungen Jahren die Grundlage für das Gesundheitsverhalten geprägt wird. Themen wie Alkohol, Rauchen aber auch sexuell übertragbare Krankheiten stehen hier im Vordergrund. Eine wichtige Zielgruppe sind Menschen, die durch ihren Lebensstil Gefahr laufen, ein einem Herz-Kreislauferkrankung zu bekommen. Hier lässt sich die Zielgruppe kaum eingrenzen, da wir alle dazu gehören. Dementsprechend breit muss eine öffentliche Infoaktion gestaltet sein. |
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| 3. Gesundheit kommunizieren - wo sehen Sie die größten Chancen, wo die Schwächen?
Die größte Chance besteht grundsätzlich im hohen Stellenwert, den das Thema "Gesundheit" unter den Landsleuten hat: 100% betonen, dass Ihnen "Gesundheit/Wohlbefinden" wichtig sind (86% sehr, 14% eher, ISMA 2006 im Auftrag des FGÖ). Die Herausforderung liegt darin, dass es die damit existierende Aufmerksamkeit in tatsächliche gesundheitsförderndes Verhalten umzusetzen gilt. Durch Gesundheitskommunikation müssen die Menschen animiert werden, eingefahrene Gewohnheiten zu durchbrechen. Wir als Gesundheitsförderer versuchen das durch positive Beispiele zu erreichen, die leicht umsetzbar sind. Grundsätzlich besteht aber ein Ungleichgewicht an Kräften: in allen Medien und in der Werbung werden viele Botschaften kommuniziert, die aus Sicht der Gesundheit nicht förderlich sind. Hier stehen Maßnahmen zur "positiven" Gesundheitskommunikation vergleichsweise bescheidene Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung. |
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| 4. Welche Fragen bzgl. Gesundheitskommunikation beschäftigen Sie derzeit?
Aufgrund der aktuellen Entwicklung beschäftigen wir uns sehr stark mit dem teils exzessiven Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen. Bei unserer letztjährigen Alkoholpräventionskampagne haben wir Jugendliche für einen maßvolleren Umgang mit Alkohol sensibilisiert, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger zu arbeiten. Zu unserer Kampagne siehe: http://www.fgoe.org/aktivitaeten/infos-und-aufklaerung/kampagnen/mehr-spass-mit-mass/mehr-spas-mit-mas-kampagne-zum-thema-jugend-alkohol Heuer wird der Schwerpunkt "Jugend und Alkohol" fortgeführt, es geht diesmal verstärkt um das Umfeld, das es Jugendlichen ermöglicht, sich im Extremfall bis zur Bewusstlosigkeit anzutrinken. Die Kampagne hat Gastronomie, Handel, aber auch Eltern, Lehrer und Jugendbetreuer/innen als Zielgruppe. Die Medienkampagne soll für die Thematik sensibilisieren. Im Zentrum stehen heuer konkrete Angebote für die Zielgruppen: z.B. werden Weiterbildungsangebote rund um das Thema Alkohol und Festkultur für Vereine und Jugendbetreuer/innen angeboten; Schulungen für Handelsangestellte sollen die unerlaubte Abgabe von Alkohol an unter 16-Jährige eindämmen; gemeinsam mit der Gastronomie sollen attraktive und kostengünstige Jugendgetränken entwickelt werden, um. |
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| 5. Was denken Sie können Mediziner von Medienleuten und Kommunikationswissenschaftern und andersherum lernen? Aus Sicht der Gesundheitsförderung sind es neben dem Verhalten der Einzelpersonen insbesonders die Lebenswelten (Schule, Arbeitswelt, etc) die mitentscheiden sind, welche Gesundheitschancen ein/e Einzelne/r hat. Die Möglichkeiten einer gesunden Lebensführung werden deshalb nicht nur durch Gesundheits- und Sozialpolitik, sondern auch wesentlich von Faktoren wie Beschäftigung, Infrastruktur, Landwirtschaft oder Sicherheit geprägt. Zu lernen und zu kommunizieren, dass Gesundheit ein Querschnittsthema ist, das in verschiedensten Bereichen beeinflusst werden kann und muss, fordert uns alle. | ||||
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