„Newsletter Medien und Gesundheitskommunikation“
Nr. 3, April 2005


Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitglieder des Netzwerks "Medien und Gesundheitskommunikation",

wir freuen uns, Ihnen hiermit den dritten Newsletter des Netzwerks zu präsentieren. Wieder ist es eine bunte Mischung aus kurzen Meldungen, Tagungsinformationen und Literaturhinweisen geworden - hoffentlich ist auch für Sie etwas Anregendes dabei. Und vielleicht sehen wir uns bei unserem nächsten Treffen am 6. Mai in Hamburg (s.u.)!

Herzliche Grüße,
Redaktion
Netzwerk Medien und Gesundheitskommunikation


Redaktion: Franzisca Gottwald, Stephanie Lücke, Constanze Rossmann






[short & cut]

In eigener Sache: Das Netzwerk trifft sich…
… am 6. Mai von 16-18 Uhr in Hamburg (Hans-Bredow-Institut, Heimhuder Straße 21). Bei dem Treffen geht es u.a. um die Gestaltung zukünftiger Aktivitäten und Vernetzungsmöglichkeiten. Einladung und Tagesordnung senden wir Ihnen in den nächsten Tagen gesondert zu. Wir freuen uns sehr, wenn möglichst viele von Ihnen kommen können!

Jobperspektive in Übersee
Das Center of Excellence in Cancer Communication (Universität of Wisconsin, Madison) sucht zwei engagierte Nachwuchswissenschaftler für ein Forschungsprojekt auf dem Gebiet der Krebskommunikation. Entwickelt und evaluiert werden effektive internetbasierte Angebote für Betroffene. Das Projekt leitet Prof. Suzanne Pingree.
» Nähere Infos

Auch im Fernsehen ist das Thema Gesundheit zunehmend sehr präsent…

TV-Kanal rund um Gesundheit
Das Nachrichtenmagazin FOCUS und der Fernsehsender PREMIERE haben einen Fernsehkanal gegründet - mit Gesundheitsthemen rund um die Uhr: "Focus Gesundheit" startet am 1. Juni 2005 und kann einzeln oder als Bestandteil von Premiere Plus abonniert werden. Schwerpunkte werden Dokumentationen, Reportagen und Talks zu Wissenschaft, Ernährung, Wellness und Schönheit sein.
» Premiere
» Focus

Knochenmarkspenden im Fernsehen I: Spendersuche bei Stern TV
Ein Beispiel für die Wirksamkeit gesundheitsbezogener Informationen des Fernsehens: Stern TV berichtete Ende Februar über Menschen mit Knochenmarkkrebs. Mit großem Erfolg, wie sich zeigte: Laut Angaben der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) meldeten sich nach Ausstrahlung der Sendung über 5.000 neue Spender.
» Nähere Infos und Internetangebot der DKMS

Knochenmarkspenden im Fernsehen II: Schauplatz Kloster-Serie
Geschickte Entertainment Education lieferten die Schauspieler der TV-Serie "Um Himmels Willen": Sie ließen sich im November für die DKMS typisieren. Grund waren die Dreharbeiten für die 47. Folge der Serie (Titel: "Bis aufs Mark"), in der ein Mädchen an Leukämie erkrankt.
» Inhalt der Folge

Einsatz von Spielfilmen über Kranke im Medizinstudium
Medizinstudenten sollten altruistischer werden und ihre Sympathiewerte bei Patienten steigern. Dazu können laut einer Studie der University of California in Irvine/ Kanada Spielfilme über Kranke beitragen: Shapiro & Rucker (2004) haben nachgewiesen, dass Ärzte auf ein Patientenschicksal im Film emotionaler reagieren, als wenn sie einen vergleichbaren Patienten in ihrem klinischen Alltag erleben.
» Nähere Infos und relevante Publikationen

Der besondere Umgang mit traumatisierten Personen - Ein Leitfaden für Journalisten
Auf der Veranstaltung "Am Schauplatz von Katastrophen - Journalisten im Umgang mit dem Schrecken", die am 27.1.2005 in Wien stattfand (Veranstalter: Österreichische Initiative Qualität im Journalismus), wurde ein Leitfaden entwickelt, der Journalisten sowohl den Umgang mit traumatisierten Patienten als auch den Selbstschutz bei einer Berichterstattung von Katastrophen-Situationen erleichtern soll.
» Initiative Qualität im Journalismus
» Leitfaden



[meet & talk]

"Ernährungskommunikation: Neue Wege - neue Chancen", 11. Mai 2005, Bonn
Auf dem 8. aid-Forum soll die heutige Ernährungskommunikation kritisch hinterfragt werden - mit einem besonderen Fokus auf die Massenmedien: Zeitungen und Zeitschriften, Internet- und Fernsehangebote beeinflussen die Kenntnisse um die Gesundheit. Für alle, die Ernährungsinformationen bereitstellen, ist das Wissen um die Wirkung ihrer Kommunikationsmittel deshalb von entscheidender Bedeutung. Die Referenten und Gesprächspartner beleuchten Wege und Wirkung der Ernährungskommunikation aus verschiedenen Blickwinkeln.
» Programm

Health Communication auf der ICA:
"Nutritional and Body-Image Related Depictions in the Media": Panel auf der Jahrestagung der International Communication Association, 28. Mai, New York

Unter den zahlreichen Beiträgen aus dem Bereich "Health Communication" sind diesmal auch einige Mitglieder des Netzwerkes mit einem Panel auf der diesjährigen ICA-Tagung vertreten. Eva Baumann, Stephanie Lücke & Vera Linzmaier, Constanze Rossmann & Hans-Bernd Brosius sowie Leila Steinhilper stellen in einem Panel verschiedene Studien zur Darstellung, Wahrnehmung und Wirkung von Ernährung und Körperbild im deutschen Fernsehen vor. Mit verschiedenen theoretischen Perspektiven und methodischen Herangehensweisen liefern die Studien hier einen ersten Einblick in die Rolle der Massenmedien für Ernährungsverhalten und Körperkultur (Chair & Respondent: Patrick Rössler).
» Die Vorträge im Einzelnen
» Tagungsprogramm der ICA

"Tailoring Health Messages", 6.-10. Juli, Lugano (Schweiz)
Vielen kranken Menschen könnte mit individuell auf sie ausgerichteten Informationen geholfen werden. Doch wie kann man Gesundheitsinformationen auf Einzelbedürfnisse zuschneiden? Und wie lässt man diese Informationen den entsprechenden Personen und Personengruppen zukommen? Mit diesen Fragen setzt sich die Tagung "Tailoring Health Messages" vom 6. bis 10. Juli im Schweizerischen Monte Verità auseinander, die sich gleichermaßen an Mediziner, Industrievertreter und Kommunikationswissenschaftler richtet.
» nähere Infos

"Seniorengerecht? Ältere Menschen und Medien - eine Herausforderung für die Gesundheitskommunikation", 17. November, Hannover
Zweite gemeinsame Tagung der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V., des Netzwerks Medien und Gesundheitskommunikation und der Henriettenstiftung: Wie vermitteln wir älteren Menschen die für sie relevanten Gesundheitsinformationen in angemessener Form? Vor dem Hintergrund dieser Frage gibt die Tagung einen Überblick über den Forschungsstand zur Gesundheitskommunikation mit dieser Zielgruppe und zeigt die spezifischen Informationsbedürfnisse älterer Menschen auf. Angesprochen sind Informationsanbieter aus dem Gesundheitswesen, Praktiker der Gesundheitsförderung und Medien-, Kommunikations- und Gesundheitswissenschaftler. Nähere Infos und Anmeldung demnächst unter www.netzwerk-gesundheitskommunikation.de und im nächsten Newsletter.



[know & remind]

Fünf Fragen an... » Irene Neverla



[teach & research]

... wenn Sie in dieser Rubrik demnächst Ihre neueste Publikation, laufende Forschungsprojekte und kurze Forschungsberichte vorstellen möchten, lassen Sie es uns wissen!

Seminare zum Themenfeld Gesundheitskommunikation (SoSe 2005):

Universität Dortmund - Institut für Journalismus
Wer druckt den Klon? - Spezielle Medien-Ethik in der Berichterstattung über Forschung, Medizin und Technik (Holger Wormer)
» Nähere Infos

Universität Münster - IfK
Gesundheitskommunikation (Sarah Zielmann)
» Nähere Infos

FH Osnabrück
» Krankenhauskommunikation (Achim Baum)
» Gesundheitskommunikation (PR) (Achim Baum, Reinhold Fuhrberg)
» Nähere Infos

Universität Salzburg
Gesundheitskommunikation in Theorie und Praxis (Benno Signitzer)
» Nähere Infos

Universität Wien
Health Studies: Herausforderungen der Gesundheitskommunikation (Thomas A. Bauer)
» Nähere Infos

Universität Zürich
Gesundheitskommunikation (Urs Dahinden)
» Nähere Infos

Neuer Studiengang
Den neuen Studiengang "Gesundheitsförderung und -management in Europa" bietet die Fachhochschule Magdeburg-Stendal ab dem kommenden Sommersemester an. Absolventen erhalten den "M.A. European Master in Health Promotion". Gefördert wird der Studiengang von der Europäischen Kommission, vom BMBF (Verbundprojekt "Hochschulen für Gesundheit") und dem Land Sachsen-Anhalt.
» Nähere Infos


Forschungsberichte

Gleich in zwei Projekten wurde kürzlich die Medienberichterstattung zu einzelnen Krankheiten sowie das Mediennutzungsverhalten von erkrankten Patienten untersucht:

Projekt "Medienthema Krebsmedizin"
Welcher Stellenwert kommt der Berichterstattung in Presse, Funk und Fernsehen zu, wenn Krebspatienten und andere chronisch Kranke nach Informationen über Behandlungsstandards und Behandlungsalternativen suchen? Mit dieser Frage befasste sich das Public Health-Projekt "Medienthema Krebsmedizin" (Leitung: Prof. Winfried Göpfert, wissenschaftliche Mitarbeit: Andrea Appel, Dietmar Jazbinek). Folgende Teilbereiche wurden untersucht:
  1. Wie informieren Experten die Medienvertreter über den Stand der Krebstherapie und die Perspektiven der Krebsforschung?
  2. Wie berichten Printmedien über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Krebserkrankungen?
  3. Wie gehen Krebspatienten mit den Presseberichten zum Thema Krebsmedizin um?
Einen detaillierten Überblick über die Ergebnisse sowie Hinweise auf weitere Projektpublikationen sind dem Projektbericht zu entnehmen.

Projekt "Diagnose Akromegalie: Informationsangebote und Mediennutzung"
Welche Rolle spielen die Medien und vor allem das Internet in der medizinischen Diagnostik? Dieser Frage gingen Wissenschaftler des Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft und der Neurochirurgischen Klinik des Universitätskrankenhauses Eppendorf gemeinsam auf den Grund (Leitung: Prof. Dr. Irene Neverla für das IJK, Dr. Dieter K. Lüdecke für das UKE). Anhand des Fallbeispiels einer seltenen Krankheit (Akromegalie) wurde (1) das mediale Informationsangebot analysiert und (2) Patienten zur ihrem Mediennutzungsverhalten nach der Diagnose Akromegalie befragt. Zentrales Ergebnis: Wer krank ist, geht ins Netz - besonders in der Phase nach der Diagnose und vor den Therapieentscheidungen. Umso wichtiger ist es deshalb für Therapieanbieter, nutzerfreundlichere Angebote im Internet bereit zu stellen.
» Auszug aus den Projektergebnissen

Essen im Fernsehen
Ernährung spielt im Fernsehen eine große Rolle: Zwei Drittel aller Sendungen enthalten entsprechende Informationen. Die TV-Kost ist jedoch nicht nach dem Geschmack von Ernährungsberatern: Süßigkeiten, fette Snacks und Alkohohl prägen das Bild. So das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe und der Universität Erfurt.
» Nähere Infos

EU-Projekt "Zum Umgang der Politik mit SARS"
Im Auftrag der EU entwickeln 17 wissenschaftliche Einrichtungen aus Europa, China, Taiwan und der WHO Strategien beim Ausbruch von Infektionskrankheiten am Beispiel von SARS. Dabei werden die bislang in Europa, China und Kanada angewendeten Strategien zur SARS-Bekämpfung bewertet. Ein Kernbestandteil ist die Analyse der Krisenkommunikation von Behörden und politischen Organisationen während der SARS-Krise. Mit dabei ist die "Forschungsgruppe SARS" an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.
» Website der HAW

Gesundheitsmonitor: Weniger Vertrauen ins Gesundheitssystem
Nach aktuellen Daten aus dem Bertelsmann-Gesundheitsmonitor (Herbst 2004) erwarten fast 80 Prozent der Bundesbürger in den nächsten fünf Jahren eine Verschlechterung der Qualität der medizinischen Versorgung. Besonders groß ist dabei die Sorge, dass für Versicherte keine Chancengleichheit mehr besteht. Des Weiteren beklagt die Mehrheit der Bundesbürger die heterogene Qualität medizinischer Leistungen. Schlussfolgerungen daraus sind unterschiedlich: 86 Prozent der Bürger befürworten einen "Ärzte-TÜV", gut drei Viertel wünschen sich Informationen von den Krankenkassen über die Qualität von Ärzten und Krankenhäusern.
Publikation: Böcken, Jan, Braun, Bernard & Schnee, Melanie (2004): Gesundheitsmonitor 2004. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.
» Ausführliche Befunde der aktuellen Ausgabe
» Der Gesundheitsmonitor allgemein

Neues vom Bücher- und Zeitschriftenmarkt 2005:

Gleich zu Beginn zwei besondere Tipps

Jazbinsek, Dietmar (2000): Gesundheitskommunikation. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
Das bereits vor längerer Zeit erschienene Buch ist nun im Volltext online verfügbar
» Zum Buch
» Inhaltsverzeichnis

Hancox, Robert J./ Milne, Barry J./ Poulton, Richie (2004): Association Between Child and Adolescent Television Viewing and Adult Health: A Longitudinal Birth Cohort Study. In: The Lancet, 364 (9430), S. 257-262.
Hierbei handelt es sich um die weltweit erste Langzeit-Panel-Studie, die einen kausalen Zusammenhang zwischen täglicher Fernsehnutzung und Gesundheitszustand nahe legt. Gerade in Deutschland stieß die Studie auf große Resonanz (z.B. Verhaltensempfehlungen im Rahmen der Kampagne "Ernährung und Bewegung" des Verbraucherschutzministeriums)

Weitere Neuerscheinungen:

Bonfadelli, Heinz (2004): Leisten Kommunikationskampagnen einen Beitrag zur Gesundheitsprävention? In: spectra. Gesundheitsförderung und Prävention, BAG, Nr. 45, Juni 2004, S. 4.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hg.) (2004): Ernährungsbericht 2004. Bonn.

Kerr, Jacqueline/ Weitkunat, Rolf/ Moretti, Manuel (Hg.) (2005): ABC of Behavior Change. A Guide to Successful Disease Prevention and Health Promotion. Edinburgh u.a., Elsevier.
» Abstract

Kirch, W. (Hg.) (2004): Public Health in Europe. 10 Years EUPHA. Heidelberg: Springer.

Ritzert, Barbara (2005): Vioxx-Skandal. Bekannte Risiken? In: message 1/05.
» Abstract

Rosenbrock, Rolf/ Gerlinger, Thomas (2004): Gesundheitspolitik. Eine systematische Einführung. Huber, Bern.

Simon, Michael (2005): Das Gesundheitssystem in Deutschland. Huber, Bern.

Theobald, Hildegard (2005): Social Exclusion and Care for the Elderly. Theoretical Concepts and Changing Realities in European Welfare States. Publikation des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.
» Abstract

Weinig, Oskar G./ Leissner, Albert/ Wegener, Wolfgang/ Ballmann, Reinhold K. (2004): Gesundheitskommunikation im Öffentlichen Gesundheitswesen. Bewältigung von Risiken und Krisen. BoD, Norderstedt.

Abschlussarbeiten:

Hersperger, Martina (2004): Gesundheitsinformation im World Wide Web. Eine empirische, nutzerorientierte Studie zu Bedürfnissen, Gefahrenbewusstsein und Charakterisierung von Nutzungstypen. Unveröffentlichte Magisterarbeit, Universität Zürich.
» Abstract

Helen Hertzsch (2004). Selbsthilfe per Internet. Funktionen von Selbsthilfe-Internetplattformen für deren Nutzer am Beispiel eines Angebotes für Menschen mit Essstörungen. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Universität Koblenz-Landau.
» Abstract

Sascha Hölig (2004). Molekulare Medizin in TV-Wissenschaftsmagazinen. Eine Expertenbefragung. Unveröffentlichte Magisterarbeit, Universität Jena.
» Abstract





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